Kunsthotel
Das Kunsthotel verfügt über acht Zimmer und eine Suite, die alle als bewohnbare Kunstwerke eingerichtet sind. Dabei sollen die Teufelhofgäste nicht nur die künstlerische Atmosphäre geniessen, sondern sich auch so individuell untergebracht fühlen wie bei «Freunden».

Zimmer 1
Albert Merz, Berlin
Albert Merz, Berlin 1942 in Unterägeri, Kanton Zug geboren und aufgewachsen. Ausbildung Schule für Gestaltung, Luzern und Studium an der Hochschule der Künste, Berlin. Lebt und arbeitet in Berlin. Stipendien Arbeitstipendium der Stadt Berlin, Arbeitsaufenthalt am Istituto Svizzero Rom sowie Londoner Werkjahr der Zuger Kulturstiftung Landis Gyr.
Ironisch zweideutig präsentiert sich die Arbeit von Albert Merz. Über die eine Zimmerecke erstreckt sich die Reproduktion einer aufgeschlagenen mittelalterlichen Bibel. Diese nimmt annähernd die ganze Zimmerhöhe ein. Die in Ockertönen gehaltene Reproduktion hat er mit lasierenden Farbflächen sowie einem Labyrinth aus Linien überzogen, welche sich auch ausserhalb des Bibelhintergrunds auf die beiden Wände ausweiten. Auf unterschiedlichen Höhen hat Albert Merz eine Abfolge erotischer Miniaturen installiert.

Zimmer 2
Gerda Steiner / Jörg Lenzlinger, Uster
Im Zimmer 2 sind die Wände mit einem durchgehenden Tapetenmuster bekleidet, welches aus der Arbeit «Fallender Garten» des Künstlerpaares Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger 2003 in der Chiesa San Staë anlässlich der 50. Biennale di Venezia entstanden ist. In der abgerundeten Ecke ist ein kleiner Zimmerbrunnen mit einer Ballerina mit Schwan installiert. Das eingefärbte Wasser mit der darin enthaltenen Lösung bildet durch Verdunstung farbige Kristalle, die im Laufe der Zeit nicht nur den Zimmer- brunnen, sondern auch den Tisch sowie den Boden überwuchern werden.
Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger züchten künstliche Pflanzen und kristalline Gewächse, füllen Wände mit beschwingten Wandbildern und begegnen ihren Mitmenschen mit einem entwaffnenden Charme, der sich auch in ihrer Arbeit im Teufelhof widerspiegelt.

Zimmer 3
Jürg Häusler, Basel
Jürg Häusler, Basel 1946 in Olten geboren, aufgewachsen in Biel. Ausbildung Schule für Gestaltung, Biel und Studium an der Hochschule der Künste, Berlin und Hamburg. Lebt und arbeitet in Basel. Stipendien Eidgenössisches Kunststipendium. Atelieraufenthalt in der Cité des Arts, Basel.
Im Zimmer 3 bildet ein hinter-leuchtetes, teilweise transparentes Element aus teils bemalten und beschrifteten Holzteilen, das vor der abgerundeten Zimmerecke steht den Schwerpunkt. Davor befindet sich  eine weiss gestrichene Eisenplastik mit dem Titel «Eva». Zwei Leucht- röhren zwischen drei organischen Stäben öffnen die Arbeit zur rechten Wand hin.
Den zweiten Akzent setzt eine mit Kreide beschriebene, von Kupferblech teilweise umrahmte Wandtafel. Die Verbindung zum Hauptelement bilden unterschiedlich farbige Zeichnungen, die Jürg Häusler mittels Schablonen direkt auf die Wand angebracht hat. Die gleichen Zeichenformen führte er auch im übrigen Raum weiter, so dass sich die im Raum stehende Plastik mit der Arbeit auf der Wand zu einer ganzheitlichen Raumarbeit verbindet.

Zimmer 4
Karin Vidensky, Basel
Karin Vidensky, Basel 1968 in Basel geboren und aufgewachsen. Bildhauerstudium an der Akademie der bildenen Künste, Wien, Prof. Bruno Gironcoli. Gaststudium an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien bei Brigitte Kowanz. Lebt und arbeitet in Basel. Stipendien Anerkennungspreis für Bildende Kunst, Land Niederöstereich, Projektförderung schweiz. Kulturfond, Bundesamt für Kultur, Bern, Kunstförderpreis, Baumgartner Frauen-Stiftung.
Da ziehen je nach Lichtquelle Nachtfalter oder Fische durch ein Labyrinth von Ästen respektive von Wurzeln, Algen oder Korallen. Man entdeckt Muscheln und Schnecken, dann wieder Blüten und Blätter und zwar in äusserst filigran ziselierter Plastizität. Diese entsteht dank dem zeichnerischen Ritzen oder flächigen Schleifen der Oberfläche der einzelnen Elemente. Ein weiterer Reiz entsteht durch das Spiel von Schärfe und Verschwommenheit der einzelnen Schattenwürfe, die je nach Entfernung der Plexiglas-Elemente zur Lichtquelle anders ausfallen. Und als letztes Element mischen sich zusätzlich Spiegelungen einzelner Elemente quasi als weisse «Schatten» unter die echten Schattenbilder.

Zimmer 5
Paul Louis Meier, Luzern
Paul Louis Meier, Luzern 1950 in Kriens, Kanton Luzern geboren und aufgewachsen. Bildhauerausbildung an der Schule für Gestaltung, Luzern und der Akademie der bildenen Künste, Wien Prof. J, Mikl und J. Avramidis. Lebt und arbeitet in Luzern. Stipendien Eidgenössische Kunststipendium. Österreichisches Begabtenstipenium, Fügerpreis, Auslandstipendium Norwegen.
Den zweiten Teil dieser Installation bildet eine kleine Bronzefigur, die gegenüber der grossen Spiegelarbeit an die Wand montiert ist. Diese Figur steht auf einem zweifach abgewinkelten Bronzeband, auf dessen dem Betrachter abgewandten Seite eine filigrane Zeichnung angebracht ist. Hinter der Figur und dem aufstrebenden Bronzeband ist ebenfalls ein Spiegel angebracht, in dem sich nicht nur die Bronzefigur, sondern auch die Zeichnung spiegelt. Und um den Kreis zu schliessen, spiegelt sich diese Miniaturskulptur, wiederum in der eingangs beschriebenen grossen Arbeit. So verleitet Paul Louis Meiers Arbeit zur Reflexion über den Menschen und den Raum in dem er sich befindet. Und zwar nicht nur auf den Raum des Hotelzimmers Nr. 5 bezogen, sondern über den gesamten Lebensraum.

Zimmer 6
Anna Rudolf, Amsterdam
Anna Rudolf, Amsterdam und Basel 1969 in Basel geboren und aufgewachsen. Studium an der Gerrit Rietveld Acadamie, Amsterdam Lebt und arbeitet in Basel und Amsterdam. Stipendien Atelierstipendium Scoul/Nairs und iaab Atelier-Stipendium der Christoph Merian-Stiftung in Clarksville/Tennessee USA.
Das Zimmer 6 wirkt auf den ersten Blick als künstlerisch äusserst karg gestaltet. Doch verweilt man etwas länger in dem von Anna Rudolf inszenierten Raum, dann entdeckt man eine ganz andere Sensation als jene, die von starken, optischen Eindrücken ausgeht. Mittels der Reduktion auf ganz wenige Elemente spricht Anna Rudolf zuerst das Gefühl der Eintretenden an. Diese erahnen die Eingriffe eher, als dass sie sie intellektuell erfassen. Einmal im Zimmer stehend, entdeckt man als augenfälligstes Element eine grössere Bildfläche, die mit hauchzarten Kreisen überzogen ist. Diese stammen von einem Kreisel, dessen Spitze durch eine Bleistiftmine ersetzt wurde. Je nach Schwung hinterliess dieser regelmässig verlaufende oder exzentrisch ausschweifende Spuren.

Zimmer 7
Corina Bezzola, Basel
Corina Bezola, Basel, 1964 in Solothurn geboren und aufgewachsen. Rahmenvergolderin. Ausbildung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel und an der Akademie der bildenen Künste, Wien (Franz Graf). Stipendien iaab-Atelier, Meinigen (D), Preis des Kantons Graubünden für professionelles Kunstschaffen, Aufenthalt an der Cité des Arts, Paris. Reisepreis des Basler Kunstvereins.
Das Zimmer 7 wird durch die hölzerne Dachkonstruktion geprägt. Corina Bezzola hat deren vorgegebene Winkel übernommen und mittels Klebebändern und Filzbahnen erweitert. Dies, indem sie einzelne Balken teilweise mit Filzbahnen umwickelte und die Filzstreifen auf der Flächen der abgeschrägten Decke sowie auf den Wänden weiterführte.
Zimmer 8
Dumeng Secchi, Ftan
Dumeng Secchi, Ftan (GR), 1942 in Sils Maria, geboren und aufgewachsen
Das Zimmer 8 wird von einer durchgehenden, roten Plastikbahn durchzogen. Und zwar so, dass sie zuerst parallel zur Seitenwand des Zimmers aufsteigt, im rechten Winkel parallel zur Decke weiter läuft, dann als rechtschenkliges Dreieck den Deckenbalken umgeht, um dann auf der anderen Seite die Schräge, der zu den Dachfenstern abfallen-den Decke, zu übernehmen.
Danach spannt sie sich auf der  gegenüberliegenden Seitenwand in schrägem Verlauf in Richtung Boden um danach quer durch das Zimmer den Raum via Fenster zu «verlassen».
Mit diesem scheinbar einfachen Eingriff hat Dumeng Secchi eine technisch knifflige Arbeit realisiert. Denn jede Richtungsänderung der durchgehenden Bahn bedingt eine äusserst präzise «Weichenstellung» durch die von Schnüren gehaltenen Metallstäbe. Diese werden einzig durch ein Gewicht am Ausgangspunkt unter Spannung gehalten. Faszinierend an dieser Arbeit ist auch die unterschiedliche Situation bei Tag und bei Nacht. Während tagsüber die Plastikbahn ihr leuchtendes Rot durch das Sonnenlicht zeigt, sorgt während der Nacht eine Lichtquelle hinter der Plastikbahn dafür, dass der Raum in ein intimes Rot getaucht wird.

Zimmer 9
Lea Achermann, Luzern
Lea Achermann, Luzern 1964 in Altdorf, Kanton Uri geboren und aufgewachsen. Studium freie Kunst an der HsFG Luzern und der Kunstakademie Enschede, Niederland. Lebt und arbeitet in Luzern. Stipendien Förderpreis und Werkjahr/Urner Kunstpreis der Kulturstiftung Hans Danioth, Atelier Stipendium Paris und New York.
Das Zimmer 9 bildet eine Suite über zwei Etagen. Der obere Teil erstreckt sich über die ganze Länge des Kunsthotels. Dank der  Dachschräge erhält er einen sehr intimen Charakter. In diesen Raum hat Lea Achermann eine zweiteilige Arbeit in Form von zwei anthropomorphen Blumen gemalt, die jeweils nur von einem ganz präzisen Standort aus zu sehen sind. Wenn man den Raum betritt, erkennt man eine Lilie, die sich über die ganze Tiefe des Raumes mit all seinen verwinkelten Wänden und Deckenflächen erstreckt.
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